Botticelli Baby

Sa. 04.09. um 17:30 Uhr, Draussen-Bühne

das ist Jazz und hat nicht viel mit Jazz zu tun

Musiker aus unterschiedlichen Bereichen und Städten. Unterschiedlichen Alters. Unterschiedlich groß. Unterschiedliche Ziele und Träume. Aus so unterschiedlichen Familien.
2012 gaben sie ihr Debüt. In ganz anderer Formation. Die Band hatte einige Wechsel in der Besetzung. Die einen gingen, die anderen kamen. Die ersten und noch vorhandenen Mitglieder sind Alexander Niermann, Marlon Bösherz und Jörg Buttler. Tom Hellenthal kam schnell hinzu und Lukas „The Hungarian Sziego“ Sziegoleit, der nach fast sechs Jahren, 2019, nach der Sommertour ging und der vorherige Pianist Lucius Nawothnig nach einer kreativen Umorientierung wieder zu der Band stieß. Maria spielte die Posaune und ging mit uns durch Schweiß und Anfänge. Ihren Platz nahm Max ein und wächst zu uns, immer näher und näher und hat schon längst einen ganz eigenen Platz. Für einige Jahre und zwei Platten war Jacob am Saxophon.

Das vierte Album SAFT ist auch ein wenig die Erfahrung dieser Jahre und der sehr vielen Konzerte in unterschiedlichen Ländern, in denen sie sich immer sofort wohl fühlen, Abende gestalten und hinaus gehen. In Kaschemmen, in Hotels und im Zelt auf dem Acker, vor Seen und Flüssen schlafen. Wild in der Schweiz Campen vor dem aufgehenden Mond über zwei Berggipfeln, weil erst am nächsten Tag ein Bett für jeden einzelnen im Fünfsterne Hotel reserviert ist.
Jazzfestivals freuen sich und es spielen die Giganten und Botticelli Baby ist auch da und präsentiert ihre Sache und die Leute finden es sehr gut. Das Jazzpublikum versteht die Welt nicht mehr, weil bei der Session im Keller nach dem eineinhalbstündigen Gig fünf der Musiker noch die Nacht durch mit allen quatschen und jammen.

IRGENDWIE VERSTÖREND
Bam bambambam bam bambambam bam… etabliert sich zunächst ein Rhythmus, ganz zärtlich ein Puls und auf der Bühne beginnen Hüften, zu Kreisen zu werden und die Köpfe senken sich zur Ruhe vor dem Sturm und dann ballern sechs Menschen an ihren Instrumenten los… Dann reißen alle im Saal die Augen auf und die Münder klappen runter… Geil. Ja...Jazz, schon. Aber groovig und wild. Improvisiert, poppig mit einer punkigen Attitude.
Diese Musik, diese Gefühle, diese Authentizität, diese Geschichten, die dann folgen, stammen aus der Feder der Band, die in entfesselter Melancholie und höchster Ehrlichkeit bis zur Schweißesnässe eine Performance par excellence servieren.

Botticelli Baby laufen unter dem Prädikat:
„… die musst du einfach live gesehen haben… der Sound ist breit und fett und anders… lass dich einfach wegpusten…“

Hin da!

davor: Not Machine
danach: Paper Planes